Baumwolle: Von einer Rarität zum Modestoff 

Im Mittelalter war Baumwolle eine echte Rarität und wurde ausschließlich von Arabien aus gehandelt. Auf diesem Weg gelangte die Baumwollfaser im 8. Jahrhundert nach Nordafrika, von wo aus sie ihren Weg nach Spanien fand und dort ab dem 13. Jahrhundert angebaut und verarbeitet wurde. Man vermutet, dass die Baumwolle über den Handelsplatz Venedig im 14. Jahrhundert in den Norden und so auch ins erste deutsche Baumwollzentrum in Konstanz gelangte. Große Zentren der Verarbeitung und des Handels entstanden in Ulm, in Augsburg und Leipzig sowie in Chemnitz. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde Baumwolle als Mischfaser mit Leinen verwendet, da die Fasern nur zu kurzen Fäden versponnen wurden. Bunte und mit individuellem Druck versehene Baumwollstoffe gelangten im 17. Jahrhundert aus Indien nach Europa und erlebten hier einen Siegeszug. 

Baumwollstoffe in industrieller Verarbeitung 

Als günstiger Alltagsstoff setzte sich Baumwolle im 18. Jahrhundert zuerst in England durch. Im Zuge der Industrialisierung der Spinnerei und Weberei verfeinerten sich die Verarbeitungsmethoden spürbar und der feine Faden wurde zu exklusiven teuren Modestoffen verarbeitet. Musselin, Batist und Voile oder Popeline sind bekannte Beispiele, die zuerst in der Damenschneiderei und später auch in der Herrenmode an Bedeutung gewannen. Ein Stofftaschentuch aus Baumwolle wurde immer häufiger als Einstecktuch in der Anzugtasche verwendet und löste im 19. und 20. Jahrhundert die bisherige Nummer eins, das Stofftaschentuch aus Leinen, ab. 

Sea-Island Baumwolle: Feine Fasern für elegante Mode 

Eine legendäre Position in der Textilindustrie nimmt die Sea-Island Baumwolle ein. Hierbei handelt es sich um feine und sehr lange Fasern, die auf den Karibikinseln in British Empire angebaut und verarbeitet werden. Auch in den Südstaaten wurde die Baumwollpflanze kultiviert und sich aufgrund ihrer einzigartigen Qualität auf der ganzen Welt verbreitet. Die strapazierfähige Faser ist der beste Faden für ein Stofftaschentuch, da sie weich wie Kaschmir und glänzend wie Seide ist. Baumwollfäden aus der Karibik fanden fortan ihren Weg in die ganze Welt und gehören heute zu den Pflanzenfasern, die in der Herstellung feinster Mode und Accessoires von enormer Bedeutung sind. 

Ägyptische Baumwolle 

Ägypten ist das Mutterland des Baumwollanbaus. Auch wenn die Araber bereits im 8. Jahrhundert von den Vorteilen der Pflanzenfaser und ihrer Verarbeitung wussten, begann die Kultivierung erst in 1820 nach der Entdeckung durch den Franzosen Jumel. Er überlegte, die Pflanze im großen Stil anzubauen und setzte die Idee im Garten des ägyptischen Edelmannes Mako um. Mako-Baumwollfäden sind besonders weich und werden aus umweltfreundlich angebauten Pflanzen gewonnen. Ein Stofftaschentuch aus ägyptischer Baumwolle ist auch in der modernen Zeit ein Zeichen von Wohlstand und Achtung, die der Pflanze und ihrer Verarbeitung entgegengebracht wird.

Traditionelle Pflanzenfasern und ihre Bedeutung in der Gegenwart

Baumwollfasern gelten als besonders strapazierfähig und langlebig. Sie knittern nicht, lassen sich individuell einfärben und mit Motiven bedrucken. Ein Stofftaschentuch aus Baumwollfäden verformt sich auch bei zahlreichen Wäschen nicht und gehört heute zu den Accessoires, die Leinen-Einstecktücher abgelöst haben. In der Herstellung von Shirts und Hosen, von Kleidern und Qualitätsanzügen haben sich Baumwollfasern ebenso wie in der Produktion von Stofftaschentüchern oder Krawatten mit hohem Tragekomfort etabliert.

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Baumwolle: Von einer Rarität zum Modestoff 

Im Mittelalter war Baumwolle eine echte Rarität und wurde ausschließlich von Arabien aus gehandelt. Auf diesem Weg gelangte die Baumwollfaser im 8. Jahrhundert nach Nordafrika, von wo aus sie ihren Weg nach Spanien fand und dort ab dem 13. Jahrhundert angebaut und verarbeitet wurde. Man vermutet, dass die Baumwolle über den Handelsplatz Venedig im 14. Jahrhundert in den Norden und so auch ins erste deutsche Baumwollzentrum in Konstanz gelangte. Große Zentren der Verarbeitung und des Handels entstanden in Ulm, in Augsburg und Leipzig sowie in Chemnitz. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde Baumwolle als Mischfaser mit Leinen verwendet, da die Fasern nur zu kurzen Fäden versponnen wurden. Bunte und mit individuellem Druck versehene Baumwollstoffe gelangten im 17. Jahrhundert aus Indien nach Europa und erlebten hier einen Siegeszug. 

Baumwollstoffe in industrieller Verarbeitung 

Als günstiger Alltagsstoff setzte sich Baumwolle im 18. Jahrhundert zuerst in England durch. Im Zuge der Industrialisierung der Spinnerei und Weberei verfeinerten sich die Verarbeitungsmethoden spürbar und der feine Faden wurde zu exklusiven teuren Modestoffen verarbeitet. Musselin, Batist und Voile oder Popeline sind bekannte Beispiele, die zuerst in der Damenschneiderei und später auch in der Herrenmode an Bedeutung gewannen. Ein Stofftaschentuch aus Baumwolle wurde immer häufiger als Einstecktuch in der Anzugtasche verwendet und löste im 19. und 20. Jahrhundert die bisherige Nummer eins, das Stofftaschentuch aus Leinen, ab. 

Sea-Island Baumwolle: Feine Fasern für elegante Mode 

Eine legendäre Position in der Textilindustrie nimmt die Sea-Island Baumwolle ein. Hierbei handelt es sich um feine und sehr lange Fasern, die auf den Karibikinseln in British Empire angebaut und verarbeitet werden. Auch in den Südstaaten wurde die Baumwollpflanze kultiviert und sich aufgrund ihrer einzigartigen Qualität auf der ganzen Welt verbreitet. Die strapazierfähige Faser ist der beste Faden für ein Stofftaschentuch, da sie weich wie Kaschmir und glänzend wie Seide ist. Baumwollfäden aus der Karibik fanden fortan ihren Weg in die ganze Welt und gehören heute zu den Pflanzenfasern, die in der Herstellung feinster Mode und Accessoires von enormer Bedeutung sind. 

Ägyptische Baumwolle 

Ägypten ist das Mutterland des Baumwollanbaus. Auch wenn die Araber bereits im 8. Jahrhundert von den Vorteilen der Pflanzenfaser und ihrer Verarbeitung wussten, begann die Kultivierung erst in 1820 nach der Entdeckung durch den Franzosen Jumel. Er überlegte, die Pflanze im großen Stil anzubauen und setzte die Idee im Garten des ägyptischen Edelmannes Mako um. Mako-Baumwollfäden sind besonders weich und werden aus umweltfreundlich angebauten Pflanzen gewonnen. Ein Stofftaschentuch aus ägyptischer Baumwolle ist auch in der modernen Zeit ein Zeichen von Wohlstand und Achtung, die der Pflanze und ihrer Verarbeitung entgegengebracht wird.

Traditionelle Pflanzenfasern und ihre Bedeutung in der Gegenwart

Baumwollfasern gelten als besonders strapazierfähig und langlebig. Sie knittern nicht, lassen sich individuell einfärben und mit Motiven bedrucken. Ein Stofftaschentuch aus Baumwollfäden verformt sich auch bei zahlreichen Wäschen nicht und gehört heute zu den Accessoires, die Leinen-Einstecktücher abgelöst haben. In der Herstellung von Shirts und Hosen, von Kleidern und Qualitätsanzügen haben sich Baumwollfasern ebenso wie in der Produktion von Stofftaschentüchern oder Krawatten mit hohem Tragekomfort etabliert.

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